Gemeinde Riesbach
Geschichte des Quartiers seit dem 10. Jahrhundert
Die Gemeinde Riesbach
Der Name Riesbach taucht erstmals um 930 in einem Dokument auf, als der Diakon Wicharius dem Altar der Heiligen Felix und Regula sowie dem Chorherrenstift am Grossmünster zwei Jucharten Land am «Riedisbach» schenkte. Der Bach entspringt im Ried-Gebiet von Zollikon, fliesst nördlich der heutigen Rietstrasse in den Nebelbach und mündet bei Hornegg in den Zürichsee.
Mittelalter und frühe Neuzeit
Bis Mitte des 13. Jahrhunderts gehörte das Land von Riesbach zum Gut Stadelhofen, das vermutlich seit 853 Teil der Fraumünsterabtei war. Nach dem Ende der Zähringer gewann die Familie Müllner die Kontrolle. Zürich erwarb die Vogteien Stadelhofen, Trichtenhausen und Zollikon im Jahr 1357 und richtete Verwaltungsstrukturen ein, die bis 1798 bestehen blieben.
Die politische Organisation entwickelte sich über das «Wachten»-System (Bezirke). Die Wachten Seefeld und Riesbach sind seit 1408 dokumentiert. Bereits 1436 traten vier Geschworene von Riesbach auf, die als Behörden dieser Gemeinde zu betrachten sind.
Reformation und Aufklärung
Kirchlich gehörte Riesbach zum Grossmünster. Während der Reformation unterstützten die Einwohner Zwingli nachdrücklich und verteidigten ihn in der Auseinandersetzung. Am 11. April 1834 trennte der Grosse Rat Riesbach, Hirslanden und Hottingen vom Grossmünster und übertrug sie der Kirchgemeinde Neumünster.
Aufbruch im 19. Jahrhundert
Nach den politischen Umwälzungen erlangte Riesbach Autonomie. Der Abbruch der Stadtbefestigung 1834 löste eine rasche Entwicklung aus, beginnend mit der repräsentativen Seefeldstrasse (1836–1839). 1859 fand das Eidgenössische Schützenfest in Riesbach statt. Eine Pferdestrassenbahn verkehrte von 1882 bis 1896. 1865 wurde ein Dampfschiffsteg eröffnet; 1887 folgte die grosse Seeufergestaltung.
Eingemeindung
Die Eingemeindung in die Stadt Zürich zum 1. Januar 1893 war die logische Konsequenz der städtischen Expansion.
Bedeutende Institutionen seit 1870
- 1870 — Psychiatrische Universitätsklinik Zürich (Burghölzli)
- 1883 — Schulthess Klinik
- 1886 — Schweizerische Epilepsie-Stiftung
- 1912 — Universitätsklinik Balgrist
- 1977 — Botanischer Garten der Universität Zürich
- 2024 — Kinderspital Zürich
Dazu kommen die Villen aus dem 19. Jahrhunderts, die Seeuferparks sowie die Zürichhorn-Areale der Landesausstellungen von 1939 und 1959.
