Zunftlokal
Das Zunfthaus Zum Grünen Glas
Das Zunfthaus Zum Grünen Glas
«Das Zunftleben spielte sich seit 1896 in den verschiedensten Wirtschaften der ehemaligen Gemeinde Riesbach ab.» Immer wieder musste die Zunft neue Versammlungsorte suchen. Bereits 1902 wurde ein Baufonds angelegt.
1977 ermöglichte die Initiative von sechzehn Mitgliedern den Erwerb der Liegenschaften an den Unteren und Oberen Zäunen mit dem Gasthaus «Zum Grünen Glas» — endlich hatte die Zunft ein dauerhaftes Zuhause. Die Genossenschaft Zunfthaus Riesbach hält das Eigentum, wobei jedes Mitglied Anteilseigner ist. Am 26. März 1984 zog die Zunft ein, kurz vor dem Sechseläuten, und feierte am 3. April 1987 ihr hundertjähriges Bestehen.
“Schauspieler, Gelehrte, Richter, Dichter, Künstler und Intellektuelle aller Art”
Historische Highlights
Die Liegenschaften an den Unteren Zäunen 15 und Oberen Zäunen 16 sind erstmals 1310 dokumentiert und hiessen ursprünglich «Schwarze Leiter» und «Blauer Stern». Der Name «Grünes Glas» taucht erstmals 1684 auf.
Ab 1845 wurde das «Zum Grünen Glas» als Gasthaus betrieben. Der erste Wirt Johann Gottfried Ludwig war ein bekannter deutscher Revolutionär, der einen Fechtsaal baute, in dem er Universitätsstudenten unterrichtete. Unter seinen Schülern war der spätere Nobelpreisträger Wilhelm C. Röntgen, der dort Ludwigs Tochter Anna Bertha kennenlernte. Röntgen und Anna Bertha heirateten 1872 in Utrecht. Röntgen erhielt 1901 den Nobelpreis für die Entdeckung der Röntgenstrahlen.
Richard Wagner und seine Anhänger verkehrten dort vermutlich während seiner Opernleitung am nahen Aktientheater 1850/51. Aufgeführt wurden unter Wagner: Der Freischütz, Die weisse Dame, Don Juan, Die Zauberflöte und Fidelio.
Die Wirtschaft zum Grünen Glas war bis zum Brand des Aktientheaters in der Neujahrsnacht 1890 Treffpunkt der Künstler. Das Restaurant zog «Schauspieler, Gelehrte, Richter, Dichter, Künstler und Intellektuelle aller Art» an.
1954 wurde die gesamte Häuserzeile an den Unteren Zäunen abgebrochen; 1955–1957 entstanden Neubauten. 1977 erwarb die Zunft Riesbach beide Liegenschaften. 1983 folgte die Renovation und der Ausbau mit Zunftsaal, Zunftmeisterstube und Altstadtgarten. 1992 wurde das Restaurant zur französischen Brasserie mit moderner Küche.
